5 Weinfehler, die du kennen solltest!

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5 Weinfehler, die du kennen solltest!

Liebe Weinfreunde!

Es gibt für einen Weintrinker nichts Schlimmeres, als wenn man die lang ersehnte Flasche Wein öffnet und diese dann korkt. Die Enttäuschung ist groß, aber es kann leider passieren. Gott sei Dank haben Weinfehler in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen, denn vor allem bei der Kellertechnik hat sich viel weiterentwickelt und viele Fehler können so verhindert werden.

Arten von Weinfehlern

Was man sehr stark unterscheiden muss ist, ob ein Wein einen Fehler hat oder ob er den eigenen Geschmack nicht trifft. Viele im Verkosten ungeübte Weintrinker neigen dazu zu sagen der Wein sei nicht gut, wenn er für Ihren Gaumen ungewöhnlich schmeckt. Es ist aber der Geschmack, den man beim Weintrinken eigentlich weiter entwickeln sollte. Am besten du bleibst immer offen für Neues. Das kann so manche Überraschung bereithalten.


Folgende Fehler können beim Wein auftreten, jedoch muss ich noch einmal betonen, dass sie sehr selten vorkommen.

Der Wein korkt – Korkton

Weinkorken

Der häufigste Fehler ist, wenn der Wein korkt. Dabei bekommt er einen modrigen, schimmelartigen oder auch chemischen Geruch. Der Wein ist dann unwiderruflich kaputt, weil auch ein minimaler Korkton die Fruchtigkeit als auch den Abgang des Weines wegnimmt. Hervorgerufen wird der Korkton von einem Pilzbefall dessen Abbauprodukt das Trichloranisol ist und den Wein durch verschiedene organische Verbindungen geschmacklich verändert. Diesen Wein kannst du leider nur noch zum Kochen verwenden. Der Geruch ist so auffällig, dass du keine Sorge haben solltest ihn nicht zu erkennen.

Der Siegeszug des Drehverschlusses

Seit der Drehverschluss seinen Siegeszug begonnen hat, ist das Problem des „Korkeln“ rapide zurück gegangen, denn früher haben oft bis zu 15% der Weine gekorkt. Heute schätzen Experten, dass es nur noch ca. 5 % der Weine betrifft. Uns Weintrinkern blutet aber trotzdem bei jeder verdorbenen Flasche das Herz! Um den Korkton zu erkennen solltest du unbedingt am Korken des geöffneten Weines riechen. Meistens zeichnet sich dort schon das Debakel ab und der unangenehme Duft steigt in deine Nase. Solltest du den Korkton nicht riechen können, weil er zu flüchtig ist, wirst du ihn spätestens am Gaumen ganz deutlich erkennen!

Neueste Erkenntnisse zeigen, dass TBA (Tribromanisol) auch einen muffigen Ton im Wein erzeugen kann. Dieser ist vom Kork unabhängig und gelangt durch kontaminiertes Kellereiumfeld in den Wein. Besonders chemisch bearbeitete Holzelemente im Keller scheinen dafür verantwortlich zu sein. Und sollten ein paar Korkbrösel im Wein schwimmen ist dies kein Problem. Du kannst den Wein trotzdem trinken. Da wurde die Flasche nur etwas unvorsichtig geöffnet.


Schwefelgeruch

Bis vor ein paar Jahren war der Schwefelgeruch noch ein Thema. Ich selbst habe den sogenannten „Böckser“ schon lange nicht mehr gerochen. Er riecht ein bisschen nach Knoblauch oder gekochtem Kohl. Früher gab es Karaffen mit Silberkugeln über die man den Wein dann laufen lassen konnte. Dadurch war der Schwefelton meistens weg. Du kannst aber einfach einen Silberlöffel nehmen und den Wein fest umrühren solltest du Schwefel riechen. Durch die moderne Kellertechnik wird aber nur noch wenig Schwefel verwendet.


Bläschen im Wein

Vor allem im Rotwein deuten Bläschen im Wein darauf hin, dass der Wein nachgegärt hat. Meist geht mit diesem Fehler auch eine leichte Trübung des Weines einher. Das ist leider ein Fehler und der Wein ist leider kaputt. Im Weißwein kann es bei jungen Weinen schon der Fall sein, dass er ein paar Bläschen bildet. Er sollte aber auf keinen Fall schäumen.


Oxidierter Wein

Dieser Weinfehler passiert, wenn du den Wein für einen besonderen Anlass aufbewahrst und dieser Moment nie eintrifft. Dann kann man den Wein auch mal zu lange Aufbewahren und er „kippt“ sozusagen. Er wird braun und riecht schal. Unter Oxidation versteht man die Reaktion der Phenole im Wein mit Sauerstoff. Bis zu einem gewissen Grad ist es gut für den Wein. Aber ab einem gewissen Punkt kann es zu viel werden. Darum immer beim Weinhändler deines Vertrauens nachfragen wie lange man den Wein aufbewahren kann.


Hitzeschäden

Du solltest Wein grundsätzlich immer Kühl und dunkel lagern. Ab 28 Grad nimmt der Wein schaden und ab 32 Grad „kocht“ er. Der Wein riecht dann unangenehm nach Karamell und gekochten Früchten. Er schmeckt schal und leblos. Die Feuchtigkeit geht komplett verloren. Bei uns in Tirol passiert das seltener. Aber trotzdem solltest du dieses Problem im Auge behalten.


Nun wünsche ich dir viel Freude beim Weintrinken und dass du möglichst wenige Weinfehler entdeckst.

Prost! Eure Maria
Vinothek Nagele


Ps.: Unsere Blog-Artikel sind mit einem Augenzwinkern zu lesen, denn ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol ist eine Grundvoraussetzung!

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