Alles begann mit einem Glaserl Kracherl...

1924

Josef und Paula Nagele mieten eine Waschküche und beginnen mit der Siphon-Erzeugung.

1928

Die Eheleute erbauen die Villa Nagele, in deren Keller die Produktions- und Abfüllanlage für Siphon und Limonaden errichtet wird.
Mit dem Fahrrad fährt Josef mit den Proben seines Kracherls in die umliegenden Täler um neue Kunden zu gewinnen.
Das Haus wird ausserdem als Fremdenpension genützt. Steinach gilt damals als Höhenluftkurort.

1929

Die Firma Nagele übernimmt das Bürgerbräu-Depot für das Wipptal. Die Bestellungen werden mittlerweile mit einem Pferdefuhrwerk ausgeliefert.
Inzwischen sind die älteren Söhne Rudolf und Ernst schon fest in das Unternehmen eingebunden.
Da es zu dieser Zeit in der Region noch keinen Wintertourismus gibt, beginnen Josef und Paula den Handel mit festen Brennstoffen, damit sie und ihre Mitarbeiter auch im Winter ein Betätigungsfeld haben.

1960

In den 60er Jahren wird der Handel mit Brennstoffen auf Heizöl ausgeweitet.

1973

geht das Unternehmen nach dem Tod von Josef und Paula auf die Kinder Rudolf, Ernst & Helene über.

1989

folgt dann mit Hans und Monika die 3. Generation in die Leitung des Unternehmens.

1994

wird der Kohlenhandel aufgegeben und die Lagerräume mit erlesenen Weinen gefüllt.

1995

nimmt der Weinhandel seinen Anfang. In den folgenden Jahren wird das Sortiment auf Spirituosen, Feinkost und Lifestyleprodukte ausgedehnt.

2003

steigt Maria in 4. Generation in das Unternehmen ein.

2004

feiert das Unternehmen seinen 80. Geburtstag

2020

entsteht in der Krise der neue Online-Shop und Maria startet ihre beliebten Blogs. Gleichzeitig werden die Aktivitäten auf Instagram und Facebook erweitert.

Wie man sieht, lassen sich fast 100 Jahre Unternehmensgeschichte durchaus in wenigen Sätzen zusammenfassen, doch genaugenommen war in Wahrheit doch alles ein bisschen komplexer als es auf den ersten Blick aussieht.

Alles nahm seinen Anfang mit Angelo Corradini, der als Sagschneider Ende des 19. Jahrhunderts aus Cavalese ins Wipptal kam. Bis zu diesem Zeitpunkt führte er ein Leben auf der Wanderschaft, doch es gab einen Grund warum er gerade hier in Steinach sesshaft werden wollte: Kreszenz Auer. Zu Fuß ging er den langen Weg bis nach Schmirn, um ihr seine Aufwartung zu machen – so groß war die Sehnsucht.

Die Liebe fand zunächst ein Happy End und das Ehepaar bekam zwei entzückende Mädchen. Leider verstarb Kreszenz bei der zweiten Geburt im Kindbett und Angelo war mit den Mädchen allein. Mit unerschütterlicher Kraft nahm er sein schweres Schicksal an und war seinen Töchtern ein liebevoller Vater.

Anfang des 20. Jahrhunderts lernte seine Tochter Paula ihren zukünftigen Mann Josef Nagele kennen und bekam 1910 ihr erstes Kind Rudolf. Nach wenigen Jahren trauten Familienglücks begann der 1. Weltkrieg und Josef musste an die Front. Erst nach vier Jahren Kriegsgefangenschaft konnte Paula ihn wieder in ihre Arme schließen. Ihr Vater Angelo war ihr in dieser schweren Zeit eine große Stütze. Zwei weitere Söhne erblickten das Licht der Welt und das Leben lief wieder in normalen Bahnen.

Anfang der 20er Jahre begannen Paula und Josef in einer gemieteten Waschküche im ganz kleinen Stil mit der Siphonproduktion, später erzeugten sie auch Limonaden, deren Kostproben Josef mit dem Fahrrad in die Seitentäler des Wipptales brachte.

Die Geschäfte entwickelten sich und so wagten sie den mutigen Schritt, ohne Eigenkapital die Villa Nagele zu erbauen. in deren Keller die Produktionsstätte mit Abfüllanlage untergebracht war und die ansonsten als Wohnhaus und vor allem als Fremdenpension genutzt wurde. In dieser Zeit war – wie wir aus den Erzählungen der Urgrossmutter wissen – ein sehr bescheidener Lebensstil angesagt, denn Paula und Josef wollten ihre Schulden so schnell wie möglich tilgen. In diesen Jahren wurde auch ihre Tochter Helene geboren, die das Familienglück perfekt machte.

In den 30er Jahren überlegte das Paar, wie man die Mitarbeiter auch im Winter beschäftigen konnte, da es in der Region damals nur einen Sommertourismus gab und begann daraufhin den Handel mit festen Brennstoffen.

Soweit war alles in „trockenen Tüchern“, die Söhne waren schon fest in das Unternehmen eingebunden, da begannen die Schrecken des Krieges. Die drei Söhne wurden in den Kriegsdienst einberufen, alle Fahrzeuge wurden von der Wehrmacht eingezogen und zu guter Letzt wurde Helene in den Arbeitsdienst geschickt, weil sie sich weigerte, sich der Hitlerjugend anzuschließen.

Die Familie überstand den Krieg mit einer großen Portion Glück unversehrt und in der Besatzungszeit kam sogar wieder ein bisschen Lebensfreude auf. Helene durfte sogar zum ersten Mal in ihrem Leben zum Tanzen gehen und verliebte sich sogleich unsterblich in einen französischen Besatzungssoldaten.

Das neue Familienmitglied Guy löste zunächst einen handfesten Familienskandal aus, entpuppte sich aber in der Folge als ebenso charmanter wie lebenslustiger Zuwachs, der ein bisschen französische Lebensart in die Familie und das Unternehmen brachte.

Möglicherweise wurde durch ihn schon damals der Grundstein für den späteren Weinhandel gelegt, in jedem Fall kam durch ihn eine unerschütterliche Liebe zum Essen & Trinken in die Familie, die bis heute immer weiter gewachsen ist.

Damals gingen die Ambitionen allerdings noch in eine andere Richtung.

In den 60er Jahren versuchten sich Josef und Paula wieder an einem neuen Metier und nahmen Heizöl in ihr stetig wachsendes Sortiment auf.

1973 – zur Zeit der Ölkrise – geht das Unternehmen nach dem Tod der beiden auf die Geschwister Rudolf, Ernst & Helene über.

Heute ist nunmehr bereits die 4. Generation am Werk und immer noch gilt der Spruch, den Monika mit einem Augenzwinkern geprägt hat: 

Nagele - alles was wärmt - von innen und von außen!